9. Januar 2008

Die Daten sind frei

DataPortabilityWhoa, es gibt viel Gerede zur Zeit. Geredet wird über freie Daten und offene Standards, um die Daten von A nach B zu schieben. Und da A und B seit gestern auch Facebook und Google sein könnten, wird jetzt noch mehr geredet.

Generell finde ich es toll, dass auch die Großen sich scheinbar öffen wollen und die Initiative DataPortability unterstützen. Wahrscheinlich bekommen viele erst durch diese Nachricht überhaupt mit, dass es die Initiative gibt (“Ich twittere, also bin ich”) und allein die Tatsache, dass jetzt auch Google und Facebook dabei sind schafft Momentum. Allerdings habe ich mit diesem ganzen Gerede ein Problem: Es gibt nichts vorzuzeigen.

Bis dato existiert das Ganze nur in der Theorie – es gibt Vorstellungen darüber, wie das alles mit Microformats, OpenID, RSS und den üblichen Verdächtigen laufen könnte – bis zum praktischen Einsatz ist es allerdings noch ein sehr langer weg. Das “Referenzdesign” besteht bisher nur aus einer Aufzählung der Technologien die dafür in Frage kommen und der einzige mir bekannte praktische Ansatz zum Freunde mitnehmen löst nur einen kleinen Teil des Problems – es funktioniert zwar, ist allerdings bei Licht betrachtet auch nicht die tollste Lösung, weil sie zu simpel und daher zu wackelig ist.

Ich störe mich nicht daran, dass das Thema noch in den Kinderschuhen steckt, sondern finde es toll, dass sich Leute dessen annehmen und das auch die wichtigen Parteien an der Diskussion teilnehmen. Ich bin ein großer Freund der Idee und habe auf dem BarCamp in Wien auch schon ein wenig zu Portable Social Networks vorgetragen, ich denke aber, dass die Erwartungen vielleicht etwas zu hoch gehängt werden und das Thema einfach noch weit weg ist – nicht nur von der Umsetzung, sondern auch davon, “normale Nutzer” (nicht uns, die Geeks, Early Adopters, etc) zu interessieren.

Ich fühle mich beim Lesen der ganzen Beiträge zu sehr an OpenSocial erinnert. Da wurde auch viel geredet, Aufmerksamkeit geschürt und bis heute steht noch nichts praktisches zum vorzeigen da. Im Nachhinein kommt es mir einfach so vor, dass Google zu gerne Microsofts Beteiligung an Facebook kontern wollte und sie eigentlich noch hätten warten sollen, bis Entwickler direkt hätten loslegen können – aktuell existiert die API nur auf dem Papier.

Wie auch immer, Fazit: Drauf freuen ist erlaubt, bis sowas allerdings zum praktischen Einsatz kommt, wird es meiner Meinung nach noch länger dauern… aber das Geschäft ist schnelllebig und ich lasse mich gerne eines besseren belehren ;)

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30. September 2007

Rückblick aufs BarCamp Vienna

BarCamp Viena - LoungeWow, was für ein kooles Wochenende: Das BarCamp Vienna war ein super entspanntes Treffen mit sehr netten Leute, interessanten Sessions, leckerem Essen, guter Party und inspirierenden Gesprächen. Auch wenn ich sicherlich noch etwas befangen bin von den Eindrücken der letzten Stunden würde ich sagen, dass es das BarCamp war, welches mir neben Hamburg und Köln am besten gefallen hat. Einfach weil es mit ca. 100 Teilnehmern (Sonntag ca. 60 Leute) ein wenig familiärer und vor allem irgendwie gemächlicher war.
Das kann zum einen an der entspannten Mentalität der Österreicher liegen, zum anderen hat sicher auch die Location dazu beigetragen: Es gab nur drei Räume für die Sessions (2x für ca. 40 und einmal für ca. 20 Personen), was automatisch dazu führte, dass man sich nicht zwischen 5 verschiedenen Themen entscheiden musste und die Lounge bot einen großen, offenen und freien Raum, um sich gemütlich mit mehreren Leuten an einen Tisch zu setzen und zu unterhalten – somit thumbs up für die Wahl der Höhle des Löwen (Microsoft Office ;) ) als Veranstaltungsort! Insgesamt sehr rund alles, oberstes Regal!

Ich habe heute kurz vor dem Mittag meine kleine Präsentation zu Portable Social Networks gemacht. Auf Englisch wohlgemerkt, da das BarCamp (zumindest mit vier nicht deutschsprachigen Personen) international besetzt war. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das absolut nicht leicht von der Hand geht. Ich werd mein Englisch noch etwas pimpen müssen – das sage ich als jemand, der in Österreich Auslandssemester macht ;)
Bei der Vorstellungsrunde gab es übrigens lautes Gelächter, als ich erwähnte, dass ich mein Auslandssemester hier mache, was wohl weniger damit verbunden war, dass es kulturell und sprachlich kein großer Sprung ist, sonder vielmehr weil Kapfenberg ein verdammt kleines Kaff ist und sich die Leute von der FH in Graz köstlich darüber amüsierten ;)
Ich habe sehr viel fotografiert, die Bilder findet ihr alle bei flickr.

Auf der gut zwei Stunden langen Rückfahrt habe ich das alles erstmal ein wenig sacken lassen und mir dann noch die DHH Keynote der RailsConf 2007 angeguckt. Ich freue mich schon richtig auf Rails 2.0 – einfach weil Rails damit gefühlsmäßig noch einmal richtig abgerundet wird, viele kleine Verbesserungen statt großen Feature-Einführungen – Evolution statt Revolution :)
Wer seine Rails-Applikationen schon einmal auf 2.0-Kompatibilität testen möchte kann das mit diesem Rails 2.0-Kompatibilitätscheck-Script machen… auch sehr nett!