29. November 2006

Bremer Webmontag, die Dritte

Der dritte – und für dieses Jahr letzte – Bremer Webmontag liegt hinter uns, es folgt ein kleiner Rückblick.

Wenn man sich die Teilnehmerliste im Wiki am Montag Nachmittag angeguckt hat, durfte man in freudiger Erwartung feststellen, dass sich über 90 Teilnehmer eingetragen hatten – wow! Schon bei den letzten Webmontagen war die Beteiligung sehr gut, aber diese Zahl hätte es dann wieder einmal getoppt. Komischerweise waren jedoch nur ca. die Hälfte der angemeldeten Personen da, was sich allerdings als positiv hervorheben lässt – wären darüber hinaus noch Leute gekommen, hätten sie keinen vernünftigen Platz mehr bekommen. Leider musste der Webmontag dieses Mal in einem deutlich kleineren Raum stattfinden, da die anderen Räume im Designzentrum zur Zeit durch Ausstellungen belegt sind.

Unglücklich an diesem Umstand war, dass wir in dem Raum weder Zugang zum Internet noch wirklich viel Platz vor der Leinwand hatten – dadurch entfiel auch das Rednerpult, was aber (um es mal positiv zu sehen) eine Nähe zum Publikum mit sich brachte.

Den ersten Vortrag des Abends hielt Arne Kriedemann zum Thema „Die Kehrseite von Web 2.0: Kritik in und an einem webbasierten Netzwerk (openBC/XING) und ihre viralen Folgen“. Mit insgesamt 123 Folien schilderte er seine Erfahrung bezüglich des Community-Managements bei openBC, blieb dabei aber sehr sachlich, was bei der Thematik nicht unbedingt als gegeben genommen werden sollte ;)
Als Fazit verwies er auf die Community-Fibel, die Werbeblogger Patrick Breitenbach damals als Reaktion auf das PR-Desaster veröffentlichte und die hier auch nochmal jedem der sie noch nicht kennt angeraten sei.

Im zweiten Vortrag sprach Robert M. Albrecht von T-Systems über „Wikis im unternehmensinternen Einsatz“. Sehr interessant, da der Vortrag viele Erfahrungsberichte enthielt.

Als drittes waren Sören und ich an der Reihe und betrieben etwas Propaganda für OpenID. Leider konnten wir auf Grund des fehlenden Netzzugangs keine Demonstration zeigen – ich denke dadurch wäre es wesentlich anschaulicher geworden und das dahinter liegende Potential noch besser rausgekommen. Nichtsdestotrotz gab es dazu anschließend eine nette Diskussion und ich denke, dass alle ungefähr wissen, worum es dabei geht ;)
Die Folien zum Vortrag gibt es natürlich auch – wer es nicht mitbekommen hat, sich aber näher dafür interessiert, findet in unserem dritten Podcast eine kleine Einführung zu OpenID.

Den vierten und letzten Vortrag hielten Matthias Bröcheler und Christoph Lange von der Internationalen Universität Bremen. Sie stellten KWARC, eines ihrer Forschungsprojekte vor – dabei geht es um eine Dokumentenstruktur zur semantischen Aufbereitung von Daten. Auch dieser Vortrag war sehr gut, fachlich jede Menge interessantes dabei und in der darauf folgenden Diskussion wurden das semantische Web und das Web2.0 gegenübergestellt: Sind es die genauen Gegensätze oder können sie sich gegenseitig ergänzen? Reden wir im Web3.0 dann über ein Netz, in dem User semantisch ausgezeichneten Content generieren?

Nach all dem Lob zu den Beiträgen, sei vielleicht auch noch etwas negatives zur Organisation angebracht: Ich fand es sehr schade, dass nach den Vorträgen direkt Schluß war und man nicht wirklich die Gelegenheit hatte, sich anschließend noch zu unterhalten. Grade das Socializing und Leute treffen ist es, was solche Veranstaltungen irgendwie ausmacht und nicht nur das Anbieten von Vorträgen bringt den Mehrwert. Ich fand den ersten Webmontag sehr gut, wo wir noch eine Stunde später über einzelne Themen geredet haben – vielleicht sollte man dem wieder mehr Platz einräumen.

Wer sich außerhalb des Webmontag auch gerne fachlich zum Web unterhalten möchte, der sollte sich Mittwoch, den 13.12. in seinem Kalender frei halten, denn dann findet das Zweite Bremer Geektogether statt – Termin für der nächste Webmontag ist übrigens der 27 22.01.2007.

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3 Kommentare

  1. First things first:
    Der nächste Webmontag findet am 22.01.2007 statt und nicht am 27.01.2007.
    Dann zum 3. Bremer Webmontag:
    An anderer Stelle habe ich bereits gelesen, dass die Stimmung und Begrüßung schon fast familiär gewesen sei. Davon habe ich nichts mitbekommen und ich war als Erster da.
    Bei der Raumkritik schließe ich mich an und dass bei keinem von uns der WLAN-Presenter ordentlich funktionierte, hat mich sehr gestört.
    Wären tatsächlich so viele gekommen wie angekündigt, hätte das wie bei BWL I ohne Numerus Clausus ausgesehen: sehr voll und gedrängt.
    Das Socializing konnte nicht wirklich stattfinden, weder vor noch nach dem Webmontag, denn die Kellerräume waren dieses Mal nicht illuminiert und der kleine Raum lud nicht zum Verweilen ein.
    Für das meet & greet wurde dieses Mal eine halbe Stunde eingeplant, das hätte man sich unter diesen Voraussetzungen auch sparen können.
    Ich habe auch nicht verstanden, warum die Anzahl der Vorträge reduziert wurde und ich meinen Vortrag auf 15 min. gekürzt habe, wenn andere dann sehr viel länger gedauert haben.
    Ein Webmontag mit dem Ambiente des Geektogehters fände ich besser.

  2. Das mit dem Reduzieren der Vorträge fand ich auch absolut nicht gut… ich hab lieber sechs Vorträge, die sich an die zehn Minuten Regel halten und schön knackig sind, als drei Stück, die dann viel länger als geplant dauern.
    Na ja, wir arbeiten ja am Geektogether und wir werden es sicher noch größer machen und in Zukunft auch den ein oder anderen Vortrag hören ;)

  3. Ich schließe mich Dennis’ Meinung an: ich wäre generell auch eher für eine größere Anzahl kürzerer Vorträge als andersrum, dadurch wird imho die Bandbreite erhöht und man hat eher die Möglichkeit, auch mal neue Sachen kennen zu lernen.
    Ich sehe den Webmontag insofern eher als eine Art “Appetitanreger” (bzw. würde mir wünschen, dass er ein solcher wäre). Für einen richtig tiefen Einstieg sind die Redezeiten – auch wenn sie gerne mal überzogen werden – eh zu kurz, einen Überblick kann man allerdings auch schneller geben, dann wäre es auch nicht so “schlimm”, wenn den einen oder anderen Zuhörer ein bestimmtes Thema eher weniger interessiert. Gerade beim KWARC-Vortrag (den ich persönlich sehr interessant fand) konnte man beobachten, wie sich das Publikum in echtes Interesse und höfliche Aufmerksamkeit geteilt hat, letzteres zum Schluss immer häufiger begleitet von einem versteckten Gähnen ;)
    Was das Thema Socializing angeht, freue ich mich ebenfalls auf das nächste Geektogether, da kann man die Erfahrungen des Webmontages dann ja direkt mal aufarbeiten ;)

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